Faust beklagte, dass er zwei Seelen in seiner Brust habe.
Ich habe eine ganze sich zankende Menge. Da geht es zu wie in einer Republik.
Otto von Bismarck
IFS Systemische Therapie
mit der Inneren Familie
Von allen Therapiemethoden, die ich kennengelernt habe, erfahre ich die IFS-Therapie (Internal Family System, entwickelt von Dr. Richard C. Schwartz) immer wieder als eine der hilfreichsten. Das Ziel ist, Persönlichkeitsanteile mit extremen Verhaltensmustern, die sich auf Grund der Lebenssituation in der Kindheit notwendigerweise ausgebildet haben, von ihren damals sinnvollen, heute aber hinderlichen Rollen zu befreien. Dabei bieten die einfachen Techniken dieses Modells einen strukturierten therapeutischen Weg. Der Ansatz geht mit großer Achtsamkeit und voller Respekt für das Tempo des Klienten vor.
Der Klient ist der größte Experte für sein Problem – nicht der Therapeut. Die Berührung mit dem eigenen inneren Kern, der unverwundbar und voller Lebenskraft ist, bewirkt erstaunliche Veränderungen in der Symptomatik und dem Umgang mit Anderen. So wird der Weg geöffnet zu Heilung, innerem Frieden, Lebenssinn und Spiritualität.
Podcast-Folge: IFS – Wie wir unsere inneren Anteile verstehen und heilen können
Laura Eggers im Gespräch mit Eva Orinsky
Direkt anhören hier
YouTube-Video zu IFS mit Kindern und Jugendlichen
Wenn ich fühle
Wenn ich fühle, wirklich fühle, was ist,
wenn ich es da sein lasse, statt es zu verdrängen,
wenn ich es nicht interpretiere und bewerte,
dann bleibt mein Herz offen und alles kann sich zeigen.
Das wird vielleicht weh tun,
aber ich halte diesen Schmerz,
der mich als Kind fast umgebracht hätte, jetzt aus.
Heute bin ich nicht mehr in dieser Abhängigkeit,
der zwangsläufigen Abhängigkeit des Kindes.
Ich kann zu diesem Kind gehen, das ich war,
und mir von ihm erzählen lassen,
wie schön es damals war,
aber auch wie schlimm.
Sehr lange wartet es schon,
dass einer kommt und es versteht,
dass einer seine unendlich große Liebe sieht,
seine Einsamkeit, seine Verzweiflung,
seine Tapferkeit und seine Wut.
Ich kann dieses Kind in meine Armen nehmen,
es halten und trösten, und ihm versprechen,
dass ich es nie mehr im Stich lassen werde,
dass ich mich kümmern werde, ab sofort.
Und ich kann dem, was mich geschützt hat
vor diesem unendlich großen Schmerz,
– damals bis heute – was jetzt aber
eher hinderlich ist beim Weitergehen,
mit Wertschätzung und Dankbarkeit begegnen,
und es wird sich verwandeln
in eine andere Art von Schutz,
die heute passender und angemessener ist für mich.
Dann kann ich wählen,
was ich denke, fühle, sage, tue,
und werde nicht mehr ferngesteuert
von der Angst und der Verlorenheit des Kindes.
Dann bin ich frei und habe eine Wahl.
Eva Orinsky